Menü

Umgang mit dem Problem Impotenz

Impotenz Umgang Es gibt kaum ein anderes Thema, was in der Männerwelt einem stärken Tabu unterliegt: die „mangelnde Standfestigkeit“ im Sexualleben, sprich, die Unfähigkeit zu einer befriedigenden Erektion des Penis zu gelangen. Die „Erektile Dysfunktion“ (ED), früher im Volksmund einfach als „Impotenz“ bezeichnet, ist heutzutage mehr denn je ein Thema, welches Männer, Ärzte und auch Therapeuten beschäftigt. Durch das immer noch herrschende „Tabu“, über die „mangelnde Manneskraft“ reden zu können, wird es oftmals schwierig, zu einem befriedigenden Ergebnis bezüglich des Problems zu kommen. Fast 52% der Männer im Alter von 40 bis 70 Jahre klagen über auftretende Erektionsstörungen, welche unterschiedlich stark sein können. Wobei es mittlerweile nicht nur ausreichend Aufklärung, sondern auch Behandlungsmöglichkeiten gibt. Viele Faktoren können verantwortlich dafür sein, dass „Er“ nicht mehr so leistungsfähig ist, wie „Mann“ es gewohnt war.

Leider ist es bei Potenzproblemen oftmals so, dass sich die Katze in den Schwanz beißt. Ist es einmal zu einem „Versager“ gekommen, so ist es beim nächsten Mal diese Angst selbst, die zu weiteren Erektionsproblemen führt, obwohl weder physiologische noch andere Gründe vorliegen. „Mann“ zweifelt an sich selbst, durch ein einmaliges Versagen ist das Selbstbewusstsein oftmals so angegriffen, dass dies beim nächsten Mal wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung wirkt. Hier hilft es nur, klaren Kopf zu behalten und offen mit der Partnerin über die Probleme zu reden.

Der eigene Partner ist auch im sexuellen Bereich der engste Vertraute im Leben, so dass er zwangsläufig, egal welche Ursache einer ED zugrunde liegt, mitbetroffen ist. Der offene Umgang mit dem Problem kann schon zu der Lösung dessen beitragen, wenn nicht sogar der Schlüssel zum Erfolg sein!

Ein partnerschaftliches Miteinander - unumgänglich bei Erektiler Dysfunktion

Erektile Dysfunktion ist nicht allein das Problem des Mannes! Auch wenn es diesen vorrangig betrifft – die eigene Partnerin ist ebenfalls von dem Problem der ED betroffen. Jedoch in weitaus anderem Maße als der Mann selbst. Auch heutzutage denken Männer immer noch, sexuelle Potenz sei gleichbedeutend mit Männlichkeit. Mag dies im gewissen Maße zutreffen, sehen es Frauen allerdings zumeist anders. Nach Umfrageergebnissen kommt es den meisten Frauen beim Sex nicht unbedingt auf den vollzogenen Akt an sich an. Nähe, Zuwendung, Schmusen, Streicheln und Zärtlichkeit zählt für die weibliche Welt mehr als ein steifer Penis. Ein steifer Penis allein ist kein Garant dafür, dass sich eine Frau beim Sex fallen lassen und ihn genießen kann. Weit wichtiger sind Vertrautheit, Nähe und Einfallsreichtum. Ein erfülltes Liebesleben lässt sich auch bei Potenzproblemen für beide Partner befriedigend und erfüllend gestalten. Aber auch hier gilt: Ein Problem kann nur gelöst werden, wenn man darüber redet!

Bei Erektionsproblemen bilden die Partner mehr denn je ein Team, um zu einer Lösung zu gelangen. Die wichtigste Voraussetzung hierbei ist, das gemeinsame Problem klar zu kommunizieren. Wenn organische Ursachen ausgeschlossen werden können, ist die Vertrautheit mit seiner Partnerin für den Mann das wahrscheinlich beste Heilmittel. Dadurch, dass Ängste und Unsicherheiten klar dargelegt werden, kann sich schon so mancher psychologischer Knoten lösen. Alleine die Tatsache, dass die meisten Frauen dem vermeidlich so schwerwiegenden Sachverhalt viel weniger Bedeutung zumessen als Männer, dürfte bei so manchem Betroffenen für ein Aufatmen sorgen. In vielen Fällen hat ein neues Verständnis der eigenen Sexualität sowie der des Partners schon wahre Wunder vollbracht.

Leider sind nicht immer alle medizinischen Möglichkeiten und Behandlungsformen von Erfolg gekrönt. Auch das Ausschließen von psychologischen Ursachen ist nicht immer möglich. Hier empfiehlt es sich in jedem Fall, auch die Hilfe eines erfahrenen Psychologen in Anspruch zu nehmen.

Ein erfülltes Sexualleben trotz Impotenz

Wenn es keine medizinische Abhilfe für eine ED gibt, weder Medikamente wie Phosphodiesterase-Hemmer (bekannt unter zum Beispiel dem Namen Viagra) oder mechanische/invasive Hilfsmittel (Penispumpen, Schwellkörperimplantate) helfen, müssen die Partner die Gestaltung ihres Sexuallebens überdenken. Das Liebesspiel kennt vielfältige Varianten. Wenn sich die Symptome einer ED nicht oder nur unzureichend behandeln lassen, sollten die Betroffenen jedoch immer vor Augen haben, dass ein erfülltes Sexualkleben nicht zwangsläufig von einem steifen Penis abhängt. Es gibt ausreichend sexuelle Spielarten, die nicht nur der Frau Erfüllung bringen, sondern auch dem Mann Befriedigung verschaffen.

Die Orgasmusfähigkeit des Mannes ist nämlich nicht zwangläufig von der Versteifung des Penises abhängig. Sicherlich ist es dann ein neues Kapitel im eigenem Sexualleben, jedoch muss dies nicht unerfüllt sein. Hierzu ist es jedoch notwendig, dass sich die Partner offen sagen, was sie sich vom jeweils anderen wünschen. Unerlässlich ist dabei das Vertrauen in den Partner. Auch bislang als „ungewöhnlich“ angesehene Praktiken oder Spielarten sollten dabei unmissverständlich zur Sprache kommen. Das partnerschaftliche Miteinander steht hierbei absolut im Vordergrund. Selbstverständlich ist, dass auch hier der Respekt vor den Wünschen und auch Abneigungen des Anderen gewahrt bleiben muss.

Auch wenn es in jedem Sexualleben der Regelfall sein sollte, ein klares Kommunizieren der sexuellen Wünsche vor dem Hintergrund einer ED kann gänzlich andere Perspektiven eröffnen. Auch für das Selbstvertrauen und damit für die allgemeine Lebensqualität des Mannes ist es mehr als positiv wenn er erfährt, dass seine Partnerin auch ohne einen steifen Penis sexuelle Lust und Befriedigung erfährt. Für die Frau wird es ebenfalls eine Befreiung bedeuten: Sie wird sehen, wie Druck und Selbstzweifel von ihrem Partner abfallen, was sich auch im Alltag spürbar äußern wird.