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Psychologische Hilfe bei Impotenz

Psychologische Hilfe bei Impotenz Die Medizin geht davon aus, dass psychologische Probleme mindestens genau so stark am Entstehen einer ED beteiligt sind wie physiologische Ursachen. Stress, Problembewältigung im Alltag, Schlafstörungen und Leistungsdruck sind nur einige der Faktoren, welche die Erektionsfähigkeit negativ beeinflussen können. Auch bestehende Beziehungsprobleme können entscheidend sein. Sex kann auch „Mann“ nur mit Erregung ausüben. Und Erregung hat wechselseitig etwas mit Entspannung zu tun. Und diese beginnt im Gehirn. Ist das Gehirn nicht in der Lage, Reize wahrzunehmen und entsprechend weiterzuleiten, ist auch der Penis eines Mannes nicht in der Lage, auf die Signale zu reagieren.

Selbsthilfe

Medikamentöse Therapie, gefäßchirurgische Eingriffe und andere operative Eingriffe am Penis, Implantationen und Penisprothesen, Selbstinjektionen in den Penis (die die Anschwellung unterstützen), mechanische Hilfsmittel wie Vakuumpumpen und Penisringe sollten nur nach einer intensiven Beratung und Auseinandersetzung in Betracht gezogen werden, wenn organische Ursachen eindeutig festgestellt sind und Psychotherapie nicht indiziert ist.

Auf der Suche nach sexuellem Erleben mit Lust und Leidenschaft, einschließlich der Behebung von Erektionsproblemen, lassen sich Möglichkeiten der Selbsthilfe und der Fremdhilfe durch Beratung und Psychotherapie unterscheiden.

Für die Suche nach Lösungen zur eigenen Veränderung der sexuellen Problematik ist es zunächst wichtig, folgende Erkenntnisse zu akzeptieren:
  • Erlauben Sie sich zunächst die Erektionsproblematik. Alles hat einen guten Grund: sexuelle Schwierigkeiten haben sich über einen längeren Zeitraum entwickelt, die Sprache des Körpers macht als Stimme aus dem Inneren einen Sinn. Aus der Impotenz heraus entsteht vielleicht mit Ruhe, Geduld und Bereitschaft die Chance für tiefgreifende und wertvolle Veränderungen.

  • Auch seltenere sexuelle Glücksmomente führen zu einer partnerschaftlichen Zufriedenheit und können anhaltend bereichernd sein, viel bereichernder und zufriedenstellender als die anhaltenden Diskussionen und die fortwährenden Forderungen aneinander.

  • Viele äußere Einflüsse stören die sexuelle Lust. Diese Einflüsse sollten als Ursache für die Lustlosigkeit und Funktionsstörung erkannt, zunächst akzeptiert und verändert werden.

  • Jeder Partner und jede Partnerin sind selbst verantwortlich dafür, was ihm und ihr gut tut und was sie aus dem Zusammensein mit ihrer Partnerin und ihrem Partner machen. Zur Erfüllung der eigenen Wünsche gehört das Gespräch, die Mitteilung und das Zeigen. Manchen fällt das Sprechen beim gemütlichen Abendessen zuhause, in einem Restaurant oder während eines Kurzurlaubes einfacher.

  • Der Sex sollte nicht dauerhaft der Alltäglichkeit überlassen bleiben. Eine zufriedene Sexualität will immer wieder bewußt gestaltet werden, wobei oft ein spielerischer Umgang gerade bei Veränderungen wichtiger ist als die Fixierung auf die Regelmäßigkeit, auf Erregung und auf den Orgasmus.

  • Gehen Sie auf neue Entdeckungs- und Erkundungsreise in ihrer partnerschaftlichen Sexualität: Sprechen Sie darüber, wer aktiv und gibt und wer passiv ist und nehmen kann; und wann Sie die Rollen wechseln. Wenn Sie aktiv sind, konzentrieren Sie sich ganz auf das Geben und erwarten Sie nicht, sofort etwas zurück zu bekommen.

  • Wenn Sie passiv sind, genießen Sie die angebotenen Zärtlichkeiten, Berührungen, Massagen und gegebenenfalls Erregungen. Sie müssen nicht sofort zurückgeben. Sie brauchen auch keine Schuldgefühle zu haben, wenn Sie das Passivsein annehmen. Haben Sie Mut, wieder neu zu entdecken und auszuprobieren.

  • Entdecken Sie neue Reize, wie zum Beispiel Nacktheit, bestimmte Kleidung, Gerüche, Kerzen, Musik oder eine ganz andere Umgebung. Erkunden Sie zunächst ihren eigenen Körper, geben Sie ihm Zuwendung und Angenehmes.

  • Sie können sinnlich duschen, baden und sich eincremen. Gönnen Sie sich Zeit und Genuß mit Ihrem eigenen Körper und auch Ihrer Selbstbefriedigung. Eigene Zufriedenheit sind gute Voraussetzungen für partnerschaftliche Sexualität.

  • Erkunden sie dann gegenseitig Ihre Körper und spielen Sie mit Ihrer Sexualität. Vermeiden Sie, irgendetwas tun zu müssen. Nehmen Sie sich Zeit, streicheln Sie sich, ohne miteinander zu schlafen.

  • Erfreuen Sie sich durch Massagen, ohne zu einem Orgasmus kommen zu müssen. Tauschen Sie sich aus, sprechen Sie miteinander und geben Sie sich Rückmeldung für ihre Wünsche.

  • Wenn Sie geben, konzentrieren Sie sich auf die Lust Ihres Partners oder Ihrer Partnerin. Wenn Sie empfangen, konzentrieren Sie sich auf Ihre Lust und teilen Sie mit Ihrer Sprache und Ihrem Körper mit, was Sie wünschen.

  • Spielen Sie mit Ihrer Erregung, lassen Sie die Erregung kommen und auch wieder gehen. Wenn die Erregung geht, ist es keine Bedrohung, sondern gehört zum Geben und Nehmen.