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Pflanzliche Potenzmittel gegen Impotenz

Pflanzliche Potenzmittel gegen Impotenz Impotenz, Erektionsstörungen oder Potenzstörungen werden medizinisch unter dem Begriff Erektile Dysfunktion zusammengefasst. Darunter fallen auch Symptome wie vorzeitiger Samenerguss und Sterilität, also die Unfähigkeit, Kinder zu zeugen. Vor allem mit zunehmendem Alter sind immer mehr Männer von Impotenz durch eine erektile Dysfunktion betroffen. Während bei jüngeren Männern oft psychische Ursachen zu einer zeitweisen oder dauerhaften Impotenz führen, haben Ältere meist unter körperlichen Funktionsstörungen zu leiden. Impotenz ist ein sehr privates Problem. Viele Männer können sich nicht überwinden, offen darüber zu sprechen. Auch gegenüber ihrem behandelnden Arzt wird das Thema aus Scheu nicht erwähnt. Es gibt einige Medikamente, die Ärzte verschreiben können, um Abhilfe zu schaffen. Die chemischen Wirkstoffe haben jedoch häufig umfangreiche, unerwünschte Nebenwirkungen. In vielen Fällen von Erektionsstörungen werden Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE-5-Hemmer) gegeben. Bei einem zu niedrigen Testosteron-Spiegel kann eine Hormon-Ersatztherapie verordnet werden.

Doch es gibt auch pflanzliche Alternativen zur Behandlung von Impotenz. Die Phytotherapie bietet eine ganze Reihe von Mitteln zur Behandlung von Sexualstörungen. Es sind Medikamente mit pflanzlichen Inhaltsstoffen auf dem Markt, die intensiv beworben werden. Doch von Impotenz betroffene Männer sollten kritisch sein bei ihrer Entscheidung, welches Mittel sie einnehmen, um ihre sexuelle Leistungskraft zu erhöhen. Das gilt sowohl für Arzneien, die die Schulmedizin verordnet als auch für pflanzliche Mittel, die es in vielen Fällen rezeptfrei in der Apotheke oder im Internet zu kaufen gibt.

Jahrhunderte alte grüne Medizin

Pflanzliche Medikamente stehen für eine ganze Reihe von Krankheiten seit Jahrhunderten zur Verfügung. Die Erkenntnisse aus der alten Erfahrungsheilkunde mit pflanzlichen Wirkstoffen wurden in vielen Fällen durch moderne Laboruntersuchungen bestätigt und erklärbar gemacht. Arzneien der Schulmedizin werden von vielen Patienten als „chemische Keule“ abgelehnt. Doch auch die „natürlichen“ Mittel aus der Pflanzenheilkunde sind Stoffgemische, die im Labor analysiert werden können. Letztendlich handelt es sich bei der Mixtur, aus der eine Pflanzen besteht, auch um Chemikalien. Viele Pflanzen, die als Heilpflanzen bezeichnet werden, enthalten starke Gifte, die – sorgfältig dosiert – dennoch eine heilende Wirkung haben. Dazu gehört beispielsweise die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale), die eine Giftpflanze ist, die jedoch auch in der Schulmedizin einen hohen Stellenwert bei der Behandlung der akuten Gicht besitzt.

Vorsicht: Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Medikamente, deren Inhaltsstoffe pflanzlicher Natur sind, sind nicht generell nebenwirkungsfrei. Dennoch ist der Ruf der Pflanzenheilkunde gerechtfertigt, die sanftere und nebenwirkungsärmere Möglichkeit der Behandlung zu sein, wenn die Einnahme der Mittel entsprechend der Dosierungsempfehlung erfolgt. Bei der Verwendung von pflanzlichen Medikamenten muss auch immer an mögliche Wechselwirkungen gedacht werden, wenn zusätzlich noch andere Medikamente eingenommen werden müssen. Die Substanzen aus dem Pflanzenreich können die Wirkung anderer Arzneien verstärken oder abschwächen. Ein Beispiel dafür ist die Wirkung des sehr bekannten pflanzlichen Naturheilmittels Ginkgo (Ginkgo biloba) auf das Blut. Ginkgo besitzt einen blutverdünnenden Effekt. Wird Ginkgo zusätzlich zu einem gerinnungshemmenden Mittel wie Marcumar eingenommen, kann dies bei Verletzungen zu verstärkten und schwer zu stillenden Blutungen kommen. Deshalb ist es empfehlenswert, dem behandelnden Arzt mitzuteilen, wenn zusätzlich zu der verschriebenen Medikamentierung weitere pflanzliche Arzneien im Rahmen der Selbstbehandlung eingenommen werden. Dies gilt nicht nur für den Gebrauch von Mitteln aus der Pflanzenheilkunde für die Therapie einer vorliegenden Impotenz.

Auf Qualität achten

Wer Phytopharmaka kauft, sollte immer darauf achten, dass die Mittel eine einwandfreie Qualität aufweisen. Gerade bei der Verarbeitung von Pflanzen kann das Endprodukt bedenklich sein, wenn das Ausgangsmaterial mit Schimmel, Pestiziden oder Schwermetallen belastet ist. Wer ein verschreibungsfreies pflanzliches Medikament einnehmen möchte, sollte sich durch das Studium des Beipackzettels davon überzeugen, ob nur ein oder mehrere pflanzliche Wirkstoffe enthalten sind. Es gibt auch Anbieter von Arzneien zur Behandlung von Impotenz, die zusätzlich zu dem pflanzlichen Inhaltsstoff den chemischen Wirkstoff Phosphodiesterase-5-Hemmer aus der Schulmedizin beimischen. Hier sind Aufmerksamkeit und das Beschäftigen mit dem Produkt gefragt, um wirklich bewusst entscheiden zu können, was tatsächlich eingenommen werden soll. Auch wenn „Mann“ nicht zu seinem Arzt gehen möchte, um mit ihm über das Problem Impotenz zu sprechen, empfiehlt es sich, verschreibungsfreie Arzneien aus der Apotheke zu bevorzugen. Neben einem Qualitätsmindeststandard der Medikamente steht der Apotheker immer für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung.

Nachfolgend werden einige traditionelle pflanzliche Mittel gegen Erektionsstörungen vorgestellt und kritisch betrachtet:

Damiana (Turnera diffusa)

Damiana In der Gattung der Safranmalven ist die Damiana beheimatet. Die Heilpflanze stammt aus Amerika, wo sie im Nord- und Südteil des Kontinents vorkommt. Der kleine Strauch ist den Ureinwohnern Amerikas seit Langem als Heilpflanze bekannt, die eine stark entkrampfende Wirkung auf die Muskulatur des Unterleibs bei Menstruationsbeschwerden bei Frauen und auf die Atemmuskulatur bei Patienten, die unter Asthma leiden, hat.

Die Inhaltsstoffe bestehen vor allem aus Terpenen. Diese wirken stark durchblutungsfördernd. Deshalb nutzen die Indianer Damiana schon lange als natürliches Aphrodisiakum. Auch heute erfreut sich Damian eines guten Rufs als Stärkungs- und Potenzmittel. Wissenschaftliche Nachweise für die Wirkung von Damiana stehen bisher noch aus.

Erd-Burzeldorn (Tribulus terrestris)

Erd-Burzeldorn Aus einem anderen Natur- und Kulturkreis stammt der Erd-Burzeldorn aus der Familie der Jochblattgewächse. Die Heilpflanze kommt hauptsächlich in Asien und Afrika vor. Die ein- bis zweijährige krautige Pflanze entwickelt Früchte, die vor allem Tannine und ätherische Öle enthalten. Den Früchten des Erd-Burzeldorns wird eine tonisierende und potenzsteigernde Wirkung zugesprochen.

Auch wenn es keine wissenschaftliche Bestätigung zu dem Wirkmechanismus des im Erd-Burzeldorn enthaltenen Stoffgemisches gibt, wird der Pflanzenextrakt neben der Verwendung als Aphrodisiakum heute auch als „natürliches“ Mittel zum Muskelaufbau bei Sportlern eingesetzt. Es gibt die Vermutung, dass der Erd-Burzeldorn die Produktion des männlichen Hormons Testosteron bei Männern steigert, und damit seine Wirkung erzielt. Der Nachweis der Forschung steht dafür noch aus.

Ginkgo (Ginkgo biloba)

Ginkgo Der Ginkgobaum ist heute, außer an den vereisten Polkappen, auf der ganzen Erde zu finden. Ursprünglich stammt die Pflanze aus China. Die Baumart kann bis zu 1.000 Jahre alt und etwa 40 Meter hoch werden. Die Blätter des Baumriesen enthalten Flavonoide, Terpene, Ketone und Säuren. Extrakte aus den Blättern des Ginkgos werden zur Behandlung von Symptomen bei hirnorganischen Leistungsstörungen wie Demenz eingesetzt. Weitere Anwendungsgebiete sind eine Verbesserung der arteriellen Durchblutung und der Fließeigenschaften des Blutes. Die Verbesserung der Durchblutung bietet therapeutisches Potenzial bei der Behandlung von Ohrgeräuschen (Tinnitus) oder Durchblutungsstörungen im Gehirn, durch die es zu Schwindelattacken kommt.

Die durch Studien nachgewiesene durchblutungsfördernde Wirkung wird gern bei Impotenz als natürliche Stärkung genutzt. Bei der regelmäßigen Einnahme kann es jedoch zu seltenen unerwünschten Wirkungen wie allergischen Hautreaktionen oder Magen-Darm-Beschwerden kommen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden Extrakte aus den Wurzeln des Ginkgobaumes bei nächtlichen Samenergüssen und Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Hierzu gibt es noch keine wissenschaftlichen Wirksamkeitsstudien.

Bischofsmütze (Epimedium)

Epimedium Die Bischofsmütze (auch Elfenblume, Sockenblume gennant) ist eine Heilpflanze aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Die Alkaloide und Glykoside bilden eine Mixtur, die psychisch anregend wirkt und für hormonelle Veränderungen sorgt. Dies wurde bei Tierversuchen nachgewiesen.

Den Extrakten aus der Bischofsmütze werden auch beim Mann eine Erhöhung der Samenproduktion und eine Verstärkung der Libido zugesprochen. Die Pflanze wird sogar als pflanzliches Viagra beschrieben. Es wird vermutet, dass der Wirkstoff Icariin für eine PD-5-Hemmung sorgt.

Yohimbin-Baum (Pausinystalia yohimbe)

Aus den Blättern und der Rinde des im tropischen Westafrika vorkommenden Yohimbin-Baumes wird ein klassisches Mittel zur Behandlung von Erektionsstörungen gewonnen. Als therapeutische Hauptwirkstoffe gelten die enthaltenen Indoalkaloide. Das Yohimbin erweitert die Blutgefäße in den peripheren Gewebeschichten und steigert den Blutfluss in Richtung der Geschlechtsorgane. Außerdem wirkt der Extrakt auf das Nervensystem. Bereits geringe Reize wirken unter dem Einfluss von Yohimbin lustfördernd. Dennoch ist die Einnahme von Yohimbin nicht unproblematisch. Der pflanzliche Stoff verstärkt die Wirkung von Antidepressiva und kann den Einfluss von blutdrucksenkenden Medikamenten abschwächen. Außerdem hat die regelmäßige Einnahme von hohen Dosen einen die Leber schädigenden Effekt.

Ist die Einnahme von pflanzlichen Potenzmitteln sinnvoll?

Seit Jahrhunderten wurden in vielen Kulturen Mittel gesucht und eingesetzt, die eine Steigerung der Potenz bewirken können. Einige der pflanzlichen Stärkungsmittel versprechen durchaus Erfolg bei leichten Erektionsstörungen. Allerdings kann die Einnahme von phytotherapeutischen Mitteln unerwünschte Effekte verursachen. Deshalb sollte vor dem Einsatz von Potenzmitteln ärztlicher Rat eingeholt werden. Nur nach einer ausführlichen Information können der Nutzen und die Neben- und Wechselwirkungen gegeneinander abgewogen werden. Das Gespräch mit dem Arzt birgt auch die Chance, dass eine organische Ursache für die Erektionsstörungen gefunden und behoben werden kann. Über das Internet werden viele Mittel angeboten, die eine Steigerung der Potenz versprechen. Wer nicht in der Apotheke um die Ecke einkaufen möchte, sollte dennoch vor dem Bezug eines Potenzmittels sehr kritisch die Wirksamkeit und die Qualität des Produktes hinterfragen.

Alternative Maßnahmen zur Steigerung der Potenz

Das regelmäßige Training des Beckenbodens ist eine Methode, die ein hohes Erfolgspotenzial bei Erektionsstörungen verspricht und ohne Risiko durchgeführt werden kann. Auch der Abbau von Stress, ausreichende Bewegung, eine Gewichtsreduktion, der Verzicht auf das Rauchen und eine gesunde Ernährung verbessern das allgemeine Wohlbefinden und oft damit auch die Erektionsfähigkeit. Wichtig ist bei Erektionsstörungen, die eigene Leistungsfähigkeit, die eigenen Erwartungen und die Erwartungen der Partnerin abzuklären. Auch sollte die Einschätzung der erwarteten Wirkung von potenzsteigernden Mitteln realistisch sein. Damit dies möglich ist, lohnt es, sich möglichst umfangreiche Kenntnisse über das Thema Sexualstörungen und über traditionelle pflanzliche Mittel zu deren Behebung anzueignen.