Psychische Ursachen von Erektiler Dysfunktion

Psychische Ursachen von Impotenz Unser Alltag in der heutigen Zeit ist geprägt von Dauerstress. Die Erwartungen an Männer sind in den vergangenen 50 Jahren enorm gestiegen, sowohl beruflich als auch privat. Um ein gutes Gehalt nach Haus bringen zu können, muss man sich auf dem Arbeitsmarkt einem harten Konkurrenzkampf aussetzen. Die heutige Arbeitswelt ist geprägt von Überstunden, Staus und Problemen. All diese Stressfaktoren kosten sehr viel Energie. Und als wäre das nicht schon genug, sind auch die Erwartungen im Privatleben viel anspruchsvoller als beispielsweise noch vor 20 Jahren. Viele Frauen wollen einen beruflich erfolgreichen, verständnisvollen aber auch dominanten Mann. Die dauerhafte Anspannung ohne ausreichende Entspannung führt zu Dauerstress. Dieser Stress führt zur Ausschüttung bestimmter Hormone die einen negativen Einfluss auf die männliche Testosteronproduktion haben. Die Verringerung des Testosterons bewirkt wiederum eine abnhemende Potenz.

Ausserdem prägen und behindern Problematische Normen, Werte und Mythen die Sexualität. Die "normalen Details" über Häufigkeit, Intensität und abenteuerliche Techniken werden überall verkündet und formen im Kopf des Mannes (und seiner Partnerin) ein Phantasiemodell sowie Bilder von einer Sexualität, deren Herausforderungen niemand entsprechen kann. Diese Normen und Mythen leisten sexuellen Problemen immensen Vorschub.

Erwartungsängste, die sich zu einem Teufelskreis aus Angst vor dem nächsten Mal, vor dem Versagen und immer stärkerem Rückzug und Vermeidung aufschaukeln. Die Erwartungsängste verstärken den Rückzug, führen bei wiederholten Versuchen, eine Erektion zu erreichen, immer wieder zum Versagen. Die Erwartungsängste werden als richtig bestätigt, irgendwann wird gar keine Sexualität mit der Partnerin mehr versucht.

Informationsdefizite und Wissenslücken stärken falsche Vorstellungen über körperliche Abläufe, zufriedenstellendes und lustvolles sexuelles Erleben und verschiedene sexuelle Praktiken. Negative und unbefriedigende Erfahrungen mindern Lust und Erregung. Persönliche Ängste und Konflikte vor dem eigenen Versagen, vor dem anderen Geschlecht, durch religiöse Gründe und durch Quellen unangenehmer Erfahrung lassen sexuelle Erregung, sexuelles Zusammensein und Koitus als Gefahr und Bedrohung erleben. Das NEIN des Penis und die Vermeidung von Sexualität schützen vor der Auseinandersetzung mit diesen Ängsten und Konflikten.

Partnerkonflikte können Folge, aber auch Ursache sexueller Störungen sein. Die sexuelle Störung kann eine Bedeutung innerhalb der Partnerschaft haben und zum Austragungsort von Beziehungsproblemen werden (Lesen Sie auch: Partnerschaftlicher Umgang mit dem Problem).

Die wichtigsten Ursachen für Psychische Potenzstörugen

Das Unvermögen eine Erektion zu kriegen oder zu halten, kann eine ganze Reihe Psychische Ursachen habe. Die wichtigsten Ursachen dafür sind: Psychische Erektionsschwäche
  • Probleme in der Partnerschaft
  • Streß in und außerhalb der Beziehung
  • Finanzielle Sorgen und Existenzängste
  • Fehlende Selbstsicherheit, Vergleich mit durchtrainierten, attraktiven Männerkörpern oder Darstellern in Pornofilmen
  • Eifersucht
  • Depressionen
  • Traumatische sexuelle Erfahrungen
  • Leistungsstress
  • Probleme aufgrund einer Krankheit eines Partners
  • Schlapp vor Angst, Versagensängste, sexuelle Unerfahrenheit, Angst vor dem Verlust einer Beziehung
  • Sexuelle Orientierung (z.B. nicht eingestandene Homosexualität)
  • Fehlende Zuneigung, wenig Zeit füreinander, keine gemeinsamen Interessen
  • Fehlende Kommunikation (Geheime Wünsche, Bedürfnisse)

Mangelnde Libido beim Mann - Eingeschränktes Sexualverlangen

Wenn Männer über einen längeren Zeitraum Erektionsstörungen haben, kann das auch einfach bedeuten, dass sie nicht wollen. Betroffene Männer können sich dies in den meisten Fällen selbst nicht erklären und leiden sehr unter dieser Dauerunlust. Sie empfinden den Sexualakt als unangenehme Pflichtübung und es kommt zum Verlust der Erektionsfähigkeit.

Etwa jeder siebte Mann in Deutschland hat mit sexueller Unlust zu kämpfen. Mit zunehmendem Alter mehr. Beim einen fehlt das körperliche Verlangen, beim anderen die Motivation und bei manchen Menschen schläft mit dem Liebesleben auch der Wunsch nach Sex ein. Ihnen allen ist eines gemeinsam: Die sogenannte Appetenz-Störung – der fehlende "Appetit" auf Lust und Leidenschaft – führt häufig zu ernsthaften Problemen in der Partnerschaft und auch einer gehörigen Portion Selbstzweifel an der eigenen Männlichkeit.

Wie bei Erektionsstörungen und der verfrühten Ejakulation sprechen Männer kaum über das Tabuthema sexuelle Unlust. Oft gestehen sie sich diese Sexualstörung selbst nicht einmal ein und schieben klassische Gründe wie Stress im Job oder gar die falsche Partnerin als Auslöser vor. Tabuisierung und Ausreden bringen die Betroffenen jedoch meist nicht weiter. Erst wenn die Hemmschwelle überwunden und das vertrauensvolle Gespräch mit einem Fachmann gesucht wird, besteht die Chance, der Ursache der Störung auf den Grund zu gehen und eine der Vielzahl an effektiven Behandlungsmöglichkeiten zu erhalten.

Kurzzeitige Phase oder dauerhafte Flaute?

Gerade Männer haben im Hinblick auf Sex oft das Klischee im Kopf, immer können zu müssen und auch immer zu wollen. Jede Abweichung von der Norm wird argwöhnisch betrachtet. Das schafft Druck und unter Umständen Angst vor dem nächsten Mal. Männer, die gewöhnlich ein aktives Sexualleben haben, sollten eine temporäre Lustlosigkeit nicht allzu ernst nehmen. In Phasen eines wichtigen beruflichen Projekts, nach einer Krankheit oder einer Meinungsverschiedenheit mit der Partnerin ist dies absolut normal. Verschwindet das Bedürfnis auf Sex jedoch für einen längeren Zeitraum, kann dies ein Signal für eine körperliche oder seelische Ursache sein. Falsche Scham ist hier unangebracht: Mit einem beherzten Gang zum Fachmann lässt sich einer Chronifizierung der Lustlosigkeit oft gut entgegenwirken.

Diagnostik: gezielte Ursachenforschung wichtig

Die Diagnose der Appetenz-Störung ist relativ leicht gestellt. Schwieriger gestaltet sich die Suche nach den Ursachen, die oft nur mit qualifizierter Unterstützung erfolgreich ist. Oft ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner, aber auch der Urologe oder Psychologe sind je nach Auslöser die richtige Adresse.

Erster Diagnoseschritt ist das Gespräch mit dem gewählten Therapeuten oder Arzt. Je offener der Betroffene dabei über seine Schwierigkeiten und deren mögliche Auslöser spricht, umso größer ist die Chance, dass ihm rasch und vor allem effektiv geholfen werden kann. So wird der Fachmann unter anderem danach fragen, ob die sexuelle Unlust frisch aufgetreten ist oder seit längerer Zeit besteht. Zum Diagnosegespräch gehören darüber hinaus nicht nur Fragen nach körperlichen Beschwerden,Vorerkrankungen und eingenommenen Medikamenten, sondern auch nach Problemen im psychischen, partnerschaftlichen oder beruflichen Bereich.

Deutet vieles auf eine körperliche Ursache der Lustlosigkeit hin, besteht die Diagnostik vor allem aus zwei Bestandteilen: Zum einen dient eine urologische Untersuchung dem Ausschluss einer Störungsursache im Bereich von Harntrakt oder Geschlechtsorganen. Zusätzlich können mithilfe von Blutuntersuchungen vor allem hormonelle Ursachen aufgedeckt werden. In vielen Fällen finden sich sogar gleich mehrere Auslöser. Etwa dann, wenn eine durch Hormonmangel verursachte Unlust mit einer beginnenden Depression kombiniert oder eine Erektionsstörung an Versagensangst gekoppelt ist.

Für eine gezielte Behandlung ist es entscheidend, das Grundproblem des Libidomangels herauszufinden. Die Therapie erfolgt dann idealerweise ganzheitlich, also ganz individuell an den körperlichen und seelischen Symptomen orientiert.

Körperliche Störungen als mögliche Ursache

Mit steigendem Alter des unter sexueller Lustlosigkeit leidenden Mannes wächst auch der Prozentsatz von Ursachen im organischen Bereich. Ein häufiger Auslöser der Appetenz-Störung ist ein aus dem natürlichen Gleichgewicht geratener Hormonstoffwechsel. Typische Beispiele hierfür sind ein Mangel am Geschlechtshormon Testosteron und ein erhöhter Prolaktinwert, aber auch eine Unterfunktion der Schilddrüse. Auch Erkrankungen, die auf den ersten Blick gar nichts mit der sexuellen Aktivität zu tun haben, können die Lust auf Leidenschaft beeinträchtigen. Das können unter anderem Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems, der Verdauungsorgane, des Nervensystems sowie chronische Erkrankungen sein. Oft ist es nicht einmal die Grunderkrankung an sich, die die sexuelle Störung verursacht, sondern die notwendigen Medikamente – etwa gegen Depressionen oder Diabetes, gegen erhöhten Blutdruck oder Epilepsie. Auch Cortison, entwässernde Präparate (Diuretika) oder Schilddrüsenmedikamente können die Lust auf Sex schmälern.

Ein gutes und häufig vorkommendes Beispiel dafür, wie bei der Appetenz-Störung körperliche und seelische Ursachen zusammenwirken können: Männer, die an einer anderen sexuellen Störung, etwa dem verfrühten Samenerguss oder einer erektilen Dysfunktion leiden, werden nicht selten auch im sexueller Unlust konfrontiert. Diese häufig bei Männern unter 45 Jahren auftretende Reaktion übernimmt eine Art – wenn auch nicht zielführende – Schutzfunktion, indem sie die Erwartungsangst der Männer vor einem Versagen beim Geschlechtsverkehr dadurch reduziert, indem es gar nicht erst dazu kommt.

Seelische und soziale Auslöser

In vielen Fällen liegt das Hauptproblem des Libidomangels in psychischen Problemen oder dem sozialen Umfeld des Betroffenen. Hier ist im Gespräch mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten Offenheit sehr wichtig, damit eine individuell wirkungsvolle Therapie zusammengestellt werden kann. Neben psychischen Grunderkrankungen wie Angst- und Zwangsstörungen, Depressionen und Psychosen können auch viele Arten von Süchten (Alkohol, Medikamente, Drogen) einen negativen Einfluss auf die sexuelle Lust haben.

Oft ist es auch eine vorübergehende oder dauerhafte Belastungssituation, die den Männern die Lust auf Sex nimmt. Stress im Beruf oder Arbeitslosigkeit in Verbindung mit Existenzangst, ein Krankheitsfall in der Familie oder auch eine weitreichende Entscheidung, die dem Betroffenen schlaflose Nächte bereitet, sind mögliche Auslöser. Und manchmal ist es auch ein selbst auferlegter sexueller Leistungsdruck, den der Mann glaubt, ohnehin nicht erfüllen zu können.

Partnerschaftsprobleme bieten ebenfalls ein großes Feld an Ursachen für eine reduzierte oder ganz eingeschlafene Libido. Hier kann es zum Beispiel sein, dass sich ein Partner die zerrüttete Beziehung zwar selbst nicht eingestehen will, die Ablehnung jedoch durchaus unbewusst über die mangelnde Lust an sexueller Aktivität zum Vorschein kommt. In einigen Fällen sind die sexuellen Wünsche der Partner nicht kompatibel, beziehungsweise wird zu wenig kommuniziert, sodass der Spaß am Sex für einen oder beide Partner nicht mehr vorhanden ist. Bei länger andauernden, unter Umständen schon seit der Jugend bestehendem Libidomangel muss die Ursache auch in der Vergangenheit gesucht werden. Eine strenge Erziehung, die Sex eher als etwas Schmutziges darstellt, ein Missbrauch oder eine andere traumatische Erfahrung sowie Zweifel im Hinblick auf die sexuelle Orientierung sind hier mögliche Ursachen. Auch die ganz klassischen Minderwertigkeitskomplexe können zu einem eingeschliffenen Verhaltensmuster führen, bei dem sexuelle Aktivität vermieden wird.

Therapie an den Ursachen orientieren

Im Idealfall wird die Appetenz-Störung gezielt nach ihrer Ursache behandelt. Nachdem selbst eine körperlich verursachte Lustlosigkeit oft gravierende Einflüsse auf die Psyche und die Partnerschaft hat, ist nicht selten eine ganzheitlich orientierte und selbstverständlich individuell ausgerichtete Therapie diejenige, die die besten Erfolgsaussichten hat.

Auslöser im Bereich des Organismus können oft mit wirksamen Medikamenten behandelt werden. So kann ein Hormonmangel, beispielsweise bei den für die Sexualfunktionen wichtigen Testosteron und Estradiol, gezielt ausgeglichen und die Leidenschaft wieder angekurbelt werden. Auch eine gezielte Einstellung der Schilddrüse durch den Arzt ist wichtig. Liegen die Ursachen in Grunderkrankungen, etwa im Bereich des Stoffwechsels oder der inneren Organe, setzt hier auch die Behandlung einer Libidoschwäche an. Vermutet man, dass bestimmte Medikamente den Männern die Lust am Sex geraubt haben, wird der Arzt – wenn möglich – versuchen, diese auszutauschen, zu reduzieren oder vielleicht sogar abzusetzen.

Neben der Schulmedizin sind auch alternative Wege denkbar. Hierzu zählen einerseits naturheilkundliche Ansätze wie die Homöopathie, aber auch ein gut dosiertes Sportprogramm oder auch gezielte Übungen für die Muskulatur im Beckenbereich.

Persönliche Bereitschaft wichtig

Gerade dann, wenn die Ursache der Lustlosigkeit in der Psyche oder Partnerschaft des Betroffenen zu suchen ist, ist die Bereitschaft des Mannes zu Offenheit und Mitarbeit bei der Therapie oft ganz entscheidend für den Behandlungserfolg. Auch wenn Ängste, Leistungsdruck oder Paarprobleme beim Sex oft nicht gerne angesprochen werden, gehören diese Themen zum therapeutischen Gespräch. Bei manchen Männern kristallisiert sich eine verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers heraus, andere verzweifeln am Leistungsdruck, der durch das oft künstliche, von Gesellschaft, Medien und Pornografie erzeugte Bild eines unersättlichen und ständig potenten Mannes erzeugt wird. Bei besonders hartnäckigen Störungen kann dem Mann eine professionelle Sexualberatung weiterhelfen.

Oft ist es wichtig, die Kommunikation zwischen den Partnern wieder zu verbessern oder im Hinblick auf das sexuelle Erleben überhaupt erst in Ganz zu bringen. In einer Paarberatung können solche Gespräche in richtige Bahnen gelenkt und zusätzlich wichtige Informationen zum Thema Liebe und Lust gegeben werden.

Reden lohnt sich

Der erste Schritt ist oft der wichtigste. Das gilt besonders für die Strategien, mit der ein Mann etwas gegen seine sexuelle Unlust tut. Auch wenn das Thema gerne tabuisiert wird – mit Schweigen oder Versicherungen, dass alles in Ordnung ist, ist in der Regel keine wirkungsvolle Besserung in Sicht. Gerade dann, wenn Gedanken und Gefühle angesichts eines so sensiblen Themas Achterbahn fahren, lohnt sich ein professioneller Blick von außen. Vor allem deshalb, weil die individuellen Therapiekonzepte bei aktiver Mitarbeit des Betroffenen eine gute Chance eröffnen, die sexuelle Unlust wieder in die alte Leidenschaft umzuwandeln.