Impotenz (Erektile Dysfunktion) und Erektionsstörungen

Impotenz Sex gehört zum Alltag. In den Straßen, im Internet und in einschlägigen TV-Programmen wird oft eine Botschaft propagiert: Männer können immer - immer besser, immer länger, immer öfter. Nur in den eigenen vier Wänden scheint die Realität ganz anders auszusehen. Das zeigt sich dann bei Hausärzten und Urologen. Sie schätzen, dass zwischen 4 und 7 Millionen Männer alleine in Deutschland an Erektionsstörungen leiden. Es dauert oft lange, bis Betroffene ihre Scham überwinden und Hilfe suchen. Meist haben sie dann schon eine lange Leidensgeschichte hinter sich.

Mit dem Besuch dieser Seite haben Sie den ersten Schritt zur Überwindung von Potenzproblemen gemacht. Auf dieser Seite werden wir Ihnen nach und nach unser gesamtes Know-how zum Thema Impotenz (Erektile Dysfunktion) veröffentlichen und alle legal zugänglichen Quellen für Sie öffnen, damit Sie sich wieder sorglos intimen Herausforderungen stellen können. Sie sind mit Ihrem Problem nicht allein! Es gibt inzwischen zahlreiche Medikamente und Hilfsmittel, um trotz Erektionsprobleme eine Erektion zu bekommen. Die Internetseite kann und soll keinen Arztbesuch ersetzen! Die Beschäftigung mit dem Thema kann Ihnen jedoch helfen, offen über das Thema zu reden.

Wichtig: Wir geben keine Adressen von Ärzten, Herstellern von Medikamenten oder Hilfsmitteln weiter, sondern empfehlen nur das entsprechende Fachgebiet, die Methode oder den Inhaltsstoff. Bei Fragen können Sie uns jederzeit kontaktieren. Der Fragesteller bleibt von unserer Seite aus garantiert anonym.

Was passiert bei einer Erektion?

Der Penis ist ein ausgeklügeltes System des männlichen Körpers: Der nicht errigierte Penis wird als Latenzphase bezeichnet. Das Gied baumelt lässig herum und ist gering durchblutet. Dieser Zustand endet beim Anblick oder der Vorstellung eines sexuell reizenden Objektes. Das Sexualzentrum erhält wichtige Impulse und alle wichtigen Befehle zur Aktivierung der Befehle werden ausgesandt. Die beiden Schwellkörper des Penis bilden eine Art Schwamm - voller Muskelzellen. Bei der Erektion erschlaffen diese Muskelzellen, durch Ausschüttung des Aktivierungsstoffes zyklisches Guanosinmonophosphat (GMP). Mehr Blut kann in die zentrale Arterie und so in winzige Hohlräume fließen.

Erektionsstörungen

Die blutabführenden Venen werden dabei gestaut. Bei impotenten Männern weitet sich der Schwellkörper in Folge eines GMP-Mangels nicht so weit dass dadurch die Venen zusammengedrückt werden. Dadurch kann das Blut schnell wieder abfliessen.

Die Krankheit Impotenz

Jeweils ein Drittel aller Männer hat organische, ein Drittel psychische und ein Drittel beide Faktoren als Auslöser. Um es aber gleich vorwegzunehmen: Wenn "Mann" mal nicht kann, liegt noch lange keine Erektionsstörung vor! Der Mensch ist keine Maschine. Bei jedem Mann gibt es Phasen in seinem Leben, in denen er unter Streß steht, beruflich oder privat, wodurch eine Erektionsstörung entstehen kann. Von einer medizinischen Erektionsstörung spricht man eigentlich erst, wenn diese Störung 6 Monate lang kontiniuierlich besteht und eine Gliedsteife nicht aufzubauen ist, die für ein Einführen des Gliedes in die Scheide ausreichend ist.

In solchen Fällen geht es um die richtige Diagnose. Beispielsweise wird per Ultraschall der arterielle Blutdurchfluß im Penis gemessen. Hier zeigt sich bereits, ob etwa Gefäßverengungen die Erektionsstörung ausgelöst haben. Bislang versteckte Krankheiten können so entlarvt werden: Neben Durchblutungsstörungen, können Bluthochdruck, Diabetes, ja sogar Multiple Sklerose im Frühstadium die Fähigkeit zur Erektion bremsen - oder auch hormonelle Störungen oder die Folgen einer Operation. Schließlich sind auch Defekte der Schwellkörper möglich.

Die häufigsten körperlichen Ursachen für Impotenz

Erkrankungen der Blutgefäße
33 Prozent
Diabetes
26 Prozent
Erkrankungen der Nevernsysteme
11 Prozent
Unfälle und Operationen
10 Prozent
Medikamenteneinnahme
8 Prozent
Nikotion, Alkohol, Drogen
7 Prozent
Hormomstörungen
6 Prozent

Bei der Impotenz liegt das wahre Problem oftmals nicht an der Reaktion des Penis, sondern in Vorstellungen des Mannes (oder der Frau), wie sich der Penis verhalten soll. Der Penis eines 50-jährigen Mannes handelt altersbedingt oft nicht genauso wie der eines 20-jährigen Mannes. Trotzdem können der junge wie der ältere Mann die Partnerin tolle Gefühle erleben lassen. Der Penis kann genügend häufig groß werden und viel Freude bereiten, solange der Mann nicht von Phantasievorstellungen geleitet ist, in denen der Penis hart wie Stahl und unheimlich groß ist und die ganze Nacht nicht schlapp macht. In den zuletzt genannten Fällen bedürfen nicht die Größe, die Stärke oder die Härte des Penis einer Anpassung, sondern die Erwartungen und Maßstäbe des Mannes und der Frau.

Die meisten Männer glauben, dass sie selbst dann eine Erektion haben müssen, wenn sie nicht richtig erregt sind. Ein Penis kann zwar auch ohne Erregung steif werden, aber das ist selten und läßt sich nicht einplanen und fordern. Wenn keine Lust zum Sex da ist, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen, wird der Penis gewöhnlich schlaff bleiben. Das ist kein Problem, das ist normal und verständlich. Vielen Männern gelingt es jedoch, daraus ein Problem zu machen, indem sie versuchen, Erektionen auch dann herbeizuzwingen, wenn sie eigentlich kein Verlangen verspüren.

Gleichgültig ob die Erektionsproblematik eine organische oder eine psychische Ursache hat, wenn die Erektion durch partnerschaftliche Stimulation schwerer zu erreichen ist, führt oftmals die zusätzliche Versagensangst zum Auftreten einer vollständigen Impotenz. Beide Partner tun sich dann in der Regel schwer, sich auf die veränderte Situation einzustellen, nämlich dass eine Funktion nicht mehr so funktioniert wie gewohnt. Oftmals wäre es möglich, durch Änderung von Sexualpraktiken und den Abbau von Leistungsdruck, sowie durch andere Formen von Stimulationen die beginnende Erektionsstörung noch weitgehend zu kompensieren. Stattdessen macht sich bei beiden Partnern im gegenseitigen Bemühen umeinander allzu schnell Frustration und Resignation breit. Das Thema Sexualität wird viel zu schnell zu den Akten gelegt.

Der weitere, jetzt quasi weitgehend asexuelle Verlauf in der langjährigen Ehe oder Partnerschaft, wird dann oftmals gekennzeichnet durch zunehmend latente Aggressionen beider Partner, welche bei gewöhnlichen Alltagsreibereien zum Ausdruck kommen. "Nebenschauplätze" werden gesucht. Oftmals wird dem Mann von seiner Partnerin in solchen Situationen sein sexuelles Unvermögen offen oder angedeutet vorgehalten, was die Frustration beim Mann naturgemäß noch verstärkt. Die Frau wird vom Mann dadurch gekränkt, dass sie "nicht in der Lage sei, ihn zu erregen".

Stressbedingte Erektile Dysfunktion

Diagnostik von Erektionsstörungen

Es ist zunächst wichtig, die aufrechterhaltenden Bedingungen und Ursachen der Erektionsstörung genau zu untersuchen.
  • Dabei sind auch die organischen und psychischen Ursachen, beziehungsweise ihre Kombination herauszufinden. Es ist zu beachten, dass sich häufig auch beim Vorliegen psychischer Ursachen organische Veränderungen finden lassen, die zu schnell und leider auch immer noch allzu gerne organmedizinisch behandelt werden.

  • Festzustellen ist weiterhin, dass auch bei vorwiegend organischen Gründen der Erektionsstörung gute psychotherapeutische Erfolge zu verzeichnen sind, denn das Vorliegen tatsächlicher organischer Ursachen heißt keinesfalls, dass psychische Faktoren unwichtig sind. Zur psychischen Verarbeitung organisch herabgesetzter Erektionsfähigkeit können gehören sexuelle Verunsicherung, geheime Potenzängste und andere Ängste.

  • Organische Ursachen für eine sexuelle Funktionsstörung, gleichgültig ob sie beim Mann oder bei der Frau auftritt, können nie vorliegen, wenn diese sexuelle Funktion z.B. bei Selbstbefriedigung oder spontan auftritt. Erektionen, gleichgültig ob nächtliche Erektionen im Traum oder sonstige spontane Erektionen (z.B. die sogenannte "Morgenlatte" bei voller Harnblase) bekräftigen psychische oder psychosoziale Ursachen, wenn die Erektion bei der partnerschaftlichen Sexualität ausbleibt.

  • Wer sicher gehen möchte, dass die richtige Diagnostik und die richtige Ursachenfindung stattfindet, sucht entweder einen Urologen oder einen Psychotherapeuten / eine Psychotherapeutin auf, die eng mit der jeweils anderen Disziplin zusammenarbeiten, bei denen es keine Konkurrenz zwischen Ärzten und Psychologen gibt und die die jeweils andere Sichtweise in ihre Arbeit mit einbeziehen.

Was tun gegen Impotenz?

Die Suche nach Mixturen, Pulver und Rezepturen gegen Impotenz ist wohl so alt wie die Menschheitsgeschichte selbst. Aus Scham und Verzweiflung wurde alles mögliche geschluckt und probiert.

Potenzmittel wie beispielsweise Viagra

Seit ihrer amerikanischen Zulassung Ende März 1998 hat die blaue Pille Viagra Medien und Mediziner beschäftigt. Am 1. Oktober 1998 wurde das "Wundermittel" nun auch in Deutschland zugelassen - von vielen langersehnt. Bei der einführenden Pressekonferenz plädierten Firmenvertreter und Urologen nochmals für einen sachgerechten und verantwortungsbewußten Umgang mit dem Mittel. Denn nicht für jeden ist es sinnvoll und in manchen Fällen kann es sogar gefährlich sein. Was kann Viagra also leisten und was nicht? Wo liegen mögliche Gefahren? Kann man Viagra kaufen ohne Rezept?

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Pflanzliche Potenzmittel

Pflanzen- und Tierprodukte, wie die spanische Fliege, wurden zum Millionengeschäft. Bis heute gilt allerdings: Ob zum Einnehmen oder zum Einreiben - der Nutzen vieler Lendenhelfer scheint mehr als fraglich zu sein. Alles Substanzen, die wahrscheinlich nur durch den Willen des Patienten einen Effekt hervorrufen. Geblieben aus Mutter Natur ist lediglich Yohimbin - gewonnen aus der Rinde eines afrikanischen Baumes. Im Labor konnte eine tatsächliche Wirkung nachgewiesen werden. Yohimbin war lange Zeit das einzige orale Medikament, das der Urologie zur Verfügung stand und hatte deshalb seinen Stellenwert, insbesondere bei der ergänzenen Behandlung von psychogenen Erektionsstörungen. Eine gewissen Bedeutung wird es sicherlich auch in der Zukunft haben, nämlich bei leichter ausgeprägten organischen Störungen. Sehr groß ist die Wirkung allerdings nicht - so jedenfalls erste Ergebnisse einer Studie an der Medizinischen Hochschule Hannover.

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Vakuumpumpe

Vor wenigen Jahren noch in, heute schon für viele out: Die Vakuumpumpe. Die Erektion per Unterdruck wirkt jetzt schon fast antiquarisch. Nachteile der Vakuumtherapie sind eine Gefühlsbeeinträchtigung durch die Notwendigkeit der Anlage eines Gummiringes und dass der Samenaustritt durch den Gummiring oftmals blockiert wird. Außerdem muß der Geschlechtsverkehr regelrecht geplant und vorbereitet werden. Bei Vorlage eines entsprechenden medizinischen Gutachtens übernehmen die Krankenkassen im Normalfall die Kosten.

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Psychologische Hilfe

Bei psychlogischen Ursachen können Sie mit Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten Kontakt aufnehmen. Erkundigen Sie sich telefonisch in einem Vorgespräch genau über das Behandlungskonzept und die Ausbildung bezüglich der Behandlung sexueller Störungen. Seit einigen Jahren gibt es spezielle Zusatzausbildungen für die Behandlung sexueller Probleme. Psychotherapien bei sexuellen Störungen werden von der Krankenkasse bezahlt.

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Spritzen

Viele setzen heute auf gefäßerweiternde Substanzen. Medikamente, die direkt in den Schwellkörper des Penis gespritzt werden. Vorteil: Die Methode wirkt schnell und gilt als zuverlässig. Nachteil: Eine umständliche Prozedur der Vorbereitung, die man beim Arzt erst einmal lernen muß. Und in Einzelfällen kann es zu Dauererektionen kommen, die zu Schädigungen des Schwellkörpers führen können. Wenn die Erektion länger als vier Stunden anhält, sollte daher der Arzt aufgesucht werden. Und selbst durch vereinfachte Spritzen dürfte ein solches Vorspiel für viele eine eher unangenehme Vorstellung sein.